12. 3. 2017

Klimawandel, Flucht und Migration hängen eng miteinander zusammen. Denn Kriege werden durch Ressourcenausbeutung und ökologische Krisen, durch rassistische und ungerechte Strukturen geschürt. Auch in Syrien haben die Dürre und ihre Folgen zu den herrschenden Konflikten beigetragen.

In Ländern des globalen Südens sind die Auswirkungen der Klimaerwärmung schon jetzt stark spürbar. Wenn man die Augen aufmacht, sind sie das auch hier. Doch durch massiven Einsatz fossiler Energieträger (z.B. in der hochindustrialisierten Landwirtschaft und im Welthandel/Transportsektor) erscheinen Umweltereignisse als von unserem täglichen Leben entkoppelt: In Supermarktregalen gibt es keine Missernten. In großen Teilen der Welt aber fehlen Mittel und Möglichkeiten, die Auswirkungen extremer Wetterereignisse, Erosion, Dürren oder Meeresspiegelanstieg zu kompensieren. Einzige Möglichkeit ist dort oft nur mehr die Migration (innerhalb des Landes, oder in andere Länder).

Verursacher des Klimawandels sind aber hauptsächlich die Industrieländer, die sich bisher weigern, den Betroffenen solidarisch und aufrichtig zur Seite zu stehen. Wir im Globalen Norden tragen die historische und aktuelle Verantwortung für die Klimakrise. Unsere imperiale Lebensweise und unser ungerechtes Wirtschaftssystem führen zum Anstieg von Treibhausgasen, zu ökologischen Katastrophen, zu extremer Ungleichheit, Armut und zu Kriegen. Zugleich ist Flucht vor klimatischen Veränderungen bisher nicht in der Menschenrechtskonvention aufgenommen.

Neue Zäune und Abschiebungen helfen ebenso wenig wie technologischer Wunderglaube oder Handel mit Emissionen. Wir müssen Verantwortung für die Auswirkungen unseres Handelns übernehmen, als Individuen, als Gesellschaft, als Staat. Statt Symptombekämpfung muss endlich an den Ursachen angesetzt werden. Es braucht ein Wirtschaftssystem, das nicht den Profit, sondern die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Und es braucht Solidarität mit allen Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, die Zuflucht in Österreich suchen, die aus wirtschaftlichen oder klimatischen Gründen, aufgrund von Krieg oder sonstigen Ursachen hier einen Neuanfang anstreben.

Fluchtgründe bekämpfen heißt das System ändern – ein System des neoliberalen, egoistischen und kurzsichtigen Profitdenkens, ein System des sturen Wachstums- und weiter-wie-bisher Predigens. Es gibt kein unendliches Wachstum in einer Welt mit begrenzten Ressourcen!

Wir wollen keine destruktiven, konfliktverstärkenden Scheinlösungen (Zäune, …). Sondern: Wir setzen uns für eine konstruktive und ganzheitliche Herangehensweise ein – Probleme haben niemals nur eine Ursache und bedürfen vielfältiger Ansätze!

Deshalb fordern wir:

– Menschen in den Vordergrund – Nein zur profitorientierten Wirtschafts- und Weltordnung und zu dogmatischen Wachstumspredigten!
– Wir fordern: Ein gutes Leben für alle – daher auch eine faire Verteilung von Ressourcen und Chancen
– Klimagerechtigkeit – Industrienationen müssen Verantwortung übernehmen
– Offene Grenzen – Ja zu Fluchthilfe

Um das zu erreichen, müssen wir unsere Kräfte vereinen, Bewegungen zusammenführen, uns vernetzen – und somit einen breiten Einsatz ähnlich Denkender ermöglichen. Es braucht jeden Einzelnen und jede Einzelne!

Gemeinsam für den Systemwandel!

System Change statt Stacheldraht!

System Change statt Stacheldraht