01. 12. 2016

– Legitimer Widerstand von Indigenen und Unterstützer*innen gegen Bau der „Dakota Access Pipeline“ wird gewaltsam unterdrückt
– Weltweite Solidarität mit dem Protest, Kundgebungen auch in Österreich
– 420 Organisationen fordern in gemeinsamem Brief Finanzierungs- und Baustopp

Seit mehreren Monaten leisten tausende Indigene und Aktivist*innen im US-Bundesstaat North Dakota Widerstand gegen den Bau der Dakota-Access-Pipeline (DAPL). Derzeit spitzt sich die Lage beim Protestcamp am Rande des Standing Rock Sioux-Reservates immer mehr zu, Polizei und sogenannte Sicherheitskräfte setzen Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse gegen Aktivist*innen und Stammesmitglieder ein. Weltweit solidarisieren sich hunderte Organisationen und Millionen von Menschen mit den Protesten – auch in Österreich fanden bereits Kundgebungen statt. Mit Dezember startet nun ein internationaler Aktionsmonat.

Am Rand des Reservates der Standing Rock Sioux in North Dakota soll der letzte Teil einer 1900 Kilometer langen Pipeline gebaut werden, die Rohöl von den Ölfeldern in North Dakota nach Illinois transportieren soll. „Der geplante Verlauf der Pipeline führt über heilige Gebiete der Ureinwohner und bedroht die lokalen Trinkwasserressourcen. Zudem dürfte es spätestens seit dem Pariser Klimaabkommen überhaupt nicht mehr in Frage kommen, derartige fossile Infrastrukturen auszubauen“, so Manuel Grebenjak von der Klimagerechtigkeitsbewegung „System Change, not Climate Change!“.

Zurecht protestieren tausende Menschen gegen das Monsterprojekt: Angehörige des lokalen Stammes der Standing Rock Sioux mit zunehmender Unterstützung zahlreicher anderer Stämme von Indigenen sowie Umweltschutz- und Menschenrechts-Aktivist*innen aus den ganzen USA. Die Projektbetreiber*innen weichen nicht vom geplanten Verlauf der Pipeline ab – im Gegenteil. Von Polizei aber auch privaten „Sicherheitskräften“ wird mit immer mehr Gewalt gegen den Protest vorgegangen. In der vergangenen Woche wurden 170 Menschen teilweise schwer verletzt, mehr als 400 Personen wurden bisher insgesamt festgenommen.

Weltweite Solidarität – auch in Österreich

Der Protest gegen das Pipelineprojekt reicht bereits weit über die Grenzen der USA hinaus. Millionen von Menschen weltweit drücken ihre Solidarität mit dem Kampf der Standing Rock Sioux aus. Auch in Österreich (Wien, Graz und Klagenfurt) fanden Solidaritätskundgebungen statt. Mitorganisiert wurden diese von „System Change, not Climate Change!“ und FT Watch, die auch einen Brief unterzeichneten, der sich an die Banken richtet, die das Projekt mitfinanzieren.

Insgesamt haben diesen bereits 420 Organisationen aus mehr als 50 Ländern weltweit unterschrieben. Sie fordern den sofortigen Stopp der Finanzierung des Projektes und die Stilllegung der Bauarbeiten bis alle Fragen und Einwände der lokalen Bevölkerung geklärt sind. „In Zeiten der sich verschlimmernden Klimakrise ist die Durchführung von Projekten wie der Dakota Access Pipeline unverantwortlich. Dazu kommen die ungeheuerlichen Repressionen gegen Indigene und Aktivist*innen. Wir unterstützen deren Forderungen nach sofortigem Stopp der Bauarbeiten“, so Thomas Wenidoppler von Finance & Trade Watch.

Weitere Informationen:

Rückfragen an:

Manuel Grebenjak – System Change, not Climate Change!
presse@systemchange-not-climatechange.at, 0699 172387565

Presseaussendung: Standing Rock – Wir fordern Baustopp und Ende der Repressionen
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