Nein zum Ausbau des Flugverkehrs. Keine Klima-Scheinlösungen.

Internationale Zivilgesellschaft stellt sich gegen die Pläne der Flugindustrie – Petition von 50 Organisationen

Anfang Oktober 2017 fand die Generalversammlung der Internationalen Luftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organisation, ICAO) statt. Die UN-Sonderorganisation, die eng mit der Flugindustrie verbunden ist, traf dort eine Entscheidung über die Antwort der Luftfahrt auf den Klimawandel. Luftfahrt war vom Pariser Klimavertrag (COP 21) ausgeschlossen.

Das neue Klima-Luftfahrt-Abkommen lautet: Uneingeschränktes Wachstum der Luftfahrt und der Emissionen, kombiniert mit Offsets (Ausgleichszahlungen). Eine große Anzahl zivilgesellschaftlicher Organisationen ist der Meinung, dass dies völlig in die falsche Richtung geht. Das 1,5-Grad-Ziel wäre damit außer Reichweite. Auch würde dies die Nachfrage nach höchst problematischen Offset-Projekten wie dem Waldschutzprogramm REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) steigern.

Die Flugindustrie behauptet, weiter Treibhausgase emittieren zu dürfen, indem sie andere dafür bezahlt, Wälder zu schützen. Doch diese Wälder sollten ohnehin stehen bleiben. Es gibt kein Entweder-oder. Um der Klimakrise entgegenzuwirken, müssen sowohl Wälder geschützt als auch Emissionen eingespart werden.

Am 27. September übergaben darum 50 Organisationen den Transport- und Umweltminister*innen eine Petition und fordern „Kein Ausbau des Flugverkehrs, keine Klima-Scheinlösungen“, sowie eine Kerosin-Steuer und die Förderung eines zukunftsweisenden Transportsystems. Unter den Organisationen sind Friends of the Earth International, Attac Europe, World Rainforest Alliance, Ecologistas en Accion, das Indigenous Environmental Network und mehrere lokale Initiativen, die gegen Flughafeninfrastrukturprojekte kämpfen.

Gleichzeitig mit der ICAO-Konferenz fanden weltweit koordinierte Aktionen bei Flughäfen statt – ihr Motto: „Am Boden bleiben. Flugwachstum abgesagt aufgrund des Klimawandels“.

Laut Magdalena Heuwieser von Finance & Trade Watch liefern Emissions-Offsets der Flugindustrie eine Lizenz zum Wachsen. „Es ist gefährlich, das Fliegen als nachhaltig oder CO2-neutral darzustellen. Das lenkt von den tatsächlich notwendigen Lösungen ab. Dies ist das beste Beispiel von Greenwashing – und das schlechteste, was dem Klima passieren kann.“

Finden Sie die Petition hier. (Englisch hier)

Hintergrundinformationen:

 

Kontakt: Magdalena Heuwieser, magdalena.heuwieser@ftwatch.at, 0043/6503773102