13. 11. 2017

Anlässlich des Weltklimatags und der in Bonn stattfindenden COP23, gingen in Wien 400 Menschen für den Klimaschutz und gegen ein Wirtschaftssystem, das auf Ausbeutung und Ungerechtigkeit beruht, auf die Straße.

„Weil ich Kinder habe“

So beantwortet Demonstrationsteilnehmerin Astrid die Frage, warum sie heute hier sei. Dem im Rahmen der Weltklimakonferenz, dem einzigen internationalen Verhandlungsort für das wohl dringlichste weltweite Problem, gesetzten Ziel zur Eindämmung der Klimaerhitzung auf unter zwei Grad Celsius, folgen keine konkrete Änderungen. Das betont auch Iris Frey von „System Change, not Climate Change!“ in ihrer Rede. Stattdessen kaufen sich Staaten wie Österreich von den vereinbarten Klimazielen frei. Schon jetzt fordern Wetterextreme wie Dürren, Hitzewellen und Hurrikans tausende Klimatote jährlich; betroffen sind hauptsächlich Menschen aus dem globalen Süden, der am wenigsten zum Klimawandel beiträgt. Von der Verantwortung gegenüber Betroffenen eines von uns erzeugten Problems können wir uns nicht freikaufen!

„Weil nichts gegen die Klimakatastrophe unternommen wird“

Die Zukunft unseres Landes wird in der schwarz-blauen Regierungsbildung unter anderem von Klimawandelleugnern verhandelt: Während ÖVP-Wissenschaftssprecher Taschner meint, die globale Erwärmung sei „abgesagt“, weil die Sonne sich abkühle, befindet FPÖ-Chef H.C. Strache die Klimaüberhitzung wegen zunehmender „Sonneneruptionen“ als unaufhaltbar, wie Manfred Ecker von Linkswende jetzt! in seiner Rede treffend zusammenfasst. Wie eine EU-Umfrage beweist, halten jedoch 69 % aller Österreicher_innen die Klimakatastrophe für ein höchst ernstzunehmendes Problem. Wir wollen eine Regierung, die uns repräsentiert, und unser Leben und unseren Planeten nicht zu Spielbällen von Wirtschaftswachstum und Börsenschwankungen macht!

„Weil die Ausbeutung des Klimas direkt proportional zu Gewalt an Frauen ist“

Studien zeigen, dass die Zahl der Vergewaltigungen an Frauen in Minengebieten explodiert, so Aiko Kazuko Kurosaki, Obfrau von One Billion Rising Austria. Sie demonstriert für Klimaschutz, weil die Klimakatastrophe Symptom eines auf Ausbeutung beruhenden Wirtschaftssystems ist, das Kriege, Gewalt und Flucht erzeugt. Während Mauern für Konzerne immer mehr abgebaut werden und diese ihre Profite problemlos in Steuersümpfen parken können, werden Zäune gebaut, um Klimawandelbetroffene auf der Flucht aufzuhalten! Bis 2050 rechnen wir mit 250 Millionen Klimaflüchtlingen, so Fiona Herzog von der Sozialistischen Jugend Wien.

„Weil es um UNSERE Zukunft geht!“

Wie auch der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts gegen die dritte Piste am Flughafen Wien zeigte, gibt es eine Chance, den nötigen Wandel zu schaffen.  Gemeinsam sind wir stark genug, um über die Zukunft unseres Lebensraums mitzubestimmen. Wir können noch stärker sein! Lassen wir die Demo für den Klimaschutz Auftakt sein für ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement! Gegen Ausbeutung! Für nachhaltige, klimafreundliche Arbeitsplätze! Für erneuerbare Energie! Für eine intakte Umwelt! Für das gute Leben für alle!

 

 

„Klima schützen, Leben retten!“ – Hunderte demonstrieren für Klimaschutz
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