• 11.2017 Climate March – 5.11.2017 „Ende Gelände“ Massenblockade von Kohle-Tagebau – 4.-7.11.2017 Alternativgipfel „People‘s Climate Summit
  • „System Change, not Climate Change!”, „Pacific Climate Warriors” und „Ende Gelände” fordern gemeinsam sofortigen Kohleausstieg
  • Klimaschutz trotz Dringlichkeit bei Koalitionsverhandlungen in Österreich und Deutschland kaum thematisiert

Bonn/Wien, 3.11.2017. Zu Beginn der 23. UN-Klimakonferenz (COP 23) finden zahlreiche Massenproteste für Klimagerechtigkeit und einen sofortigen Kohleausstieg statt, an denen sich auch die österreichische Klimabewegung „System Change, not Climate Change!“ (kurz “System Change!”) aktiv beteiligt.

Am Samstag, den 4. November, findet in Bonn der große Climate March unter dem Motto „Klima schützen! Kohle stoppen!” statt. Von 4. bis 7. November wird der People’s Climate Summit organisiert, ein Alternativgipfel zur COP 23, bei dem tausende Menschen weltweit zusammenkommen und über echte Lösungen und gemeinsame Schritte diskutieren. Eine Woche darauf, am 11. November, wird erneut in Bonn sowie in Wien für effektive Maßnahmen gegen die Klimakrise demonstriert.

Zwei Jahre nach Paris ist kein Rückgang der Emissionen zu verzeichnen und die Erde steuert auf eine Erhitzung um über 3 Grad zu. Das wäre ein Ende unseres stabilen Klimasystems, das Erreichen von Kipppunkten könnte zu unvorhersehbaren klimatischen Ereignissen führen. Doch weder in den derzeitigen Koalitionsgesprächen in Wien noch in den Sondierungsgesprächen für eine Regierungsbildung in Deutschland sind Schritte zur Durchsetzung von Klimagerechtigkeit ein Thema.

Ziviler Ungehorsam – legitimes Einfordern unseres Rechts auf Klimaschutz

Am Sonntag, den 5. November, tritt das Bündnis Ende Gelände erneut mit einer Aktion massenhaften zivilen Ungehorsams für Klimagerechtigkeit ein. Aktivist*innen von „System Change, not Climate Change!“ beteiligen sich zusammen mit mehr als tausend Menschen an der friedlichen Blockade der Kohleinfrastruktur im Rheinischen Revier. Sie fordern den sofortigen Ausstieg aus der Kohle und fossilen Energien und eine sozial-ökologische Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft.

„Wir stehen mit der Aktion zivilen Ungehorsams für Klimagerechtigkeit ein, um all jenen Menschen eine Stimme zu geben, deren Schicksal an den Verhandlungstischen in Bonn entschieden wird. Während in Bonn über Klimaschutz verhandelt wird, blockiert die Politik in Berlin den Kohleausstieg“, so Lisa Dachs von „System Change!“. „Deutschland stellt sich am internationalen Parkett gern als Klimaschutz-Vorreiter dar, während es die Klimakrise mit seinen Kohlekraftwerken weiter befeuert. Über 40 % des deutschen Stroms stammen aus der Kohleverbrennung, 23 % aus Braunkohle, dem klimaschädlichsten Energieträger.“

Den Vorsitz der Klimakonferenz hat der pazifische Inselstaat Fidschi inne – einer der am stärksten durch den Meeresspiegelanstieg betroffenen Staaten. Die Pacific Climate Warriors, Vertreter*innen indigener Gemeinden und Umweltbewegungen aus dem Südpazifik, führen in Solidarität mit Ende Gelände am Sonntagmorgen eine traditionelle Zeremonie durch. Unweit des Tagebaus Hambach fordern sie im von der Umsiedlung betroffenen Dorf Manheim-Kerpen den Kohleausstieg für das Überleben der Pazifikinseln. Sie unterstreichen: Die Forderungen des Ende Gelände-Bündnisses sind legitim und für viele Menschen existenziell.

„Der sofortige Kohleausstieg, ein jetzt notwendiger Schritt hin zu einer gerechten Welt, wird in Deutschland bisher nicht verhandelt. Bei den derzeitigen Sondierungsgesprächen geht es um grünen Kapitalismus, um Scheinlösungen auf Kosten von Menschen und Umwelt. Wir nehmen das nicht länger hin!“, so Magdalena Heuwieser von „System Change!”. „Die Pläne der voraussichtlichen schwarz-blauen Regierung in Österreich sind ein Schlag ins Gesicht für den Klimaschutz. Die Verwässerung von Umweltverträglichkeitsprüfungen und ‚Grünes Licht für Großprojekte’ wie die dritte Piste am Flughafen Wien betonieren das fossile System auf Jahrzehnte hinaus ein. Stattdessen brauchen wir jetzt eine echte Energie- und Verkehrswende als Start einer umfassenden sozial-ökologischen Transformation“, so Heuwieser abschließend.

 

Weitere Statements von „System Change, not Climate Change finden sich auf unserer Website: COP 23 – Statements und Pressekontakte von „System Change!“

Presseinformationen und Fotos von Ende Gelände.

 

Rückfragehinweis:

System Change, not Climate Change!
E-Mail: presse@systemchange-not
climatechange.at
Pressekontakte:
Magdalena Heuwieser +43 650 3773102
Manuel Grebenjak +43 699 17238755

Ende Gelände
E-Mail: presse@ende-gelaende.org
Pressesprecherinnen:
Janna Aljets: +49 52 1394 8921
Insa Vries: +49 52 045 60 800

Presseaussendung: Proteste vor Klimakonferenz COP 23 in Bonn: Klima-Aktivist*innen aus Österreich sind mit dabei