Flughafenausbau Wien-Schwechat ist klimaschädlichstes Projekt Österreichs

„System Change, not Climate Change!“ und Bürgerinitiativen protestieren am 1. Oktober gegen dritte Flugpiste

Wien (OTS) – Am 1. Oktober finden eine Rad-Demonstration vom Wiener Karlsplatz nach Schwechat und eine Kundgebung am dortigen Flughafen statt. Der Protest richtet sich gegen den Ausbau des Flughafens Wien-Schwechat und ist eingebettet in eine globale Aktionswoche gegen Flughafenprojekte und das Wachstum der Flugindustrie. Anlass ist die UN-Luftfahrtkonferenz von 27. September bis 7. Oktober in Montreal. In Österreich und global gibt es harte Kritik an den falschen Klimalösungen der Luftfahrtbranche, die dort beschlossen werden sollen.

Dritte Piste – Das klimaschädlichste Projekt Österreichs
Der Ausbau des Flughafens Wien-Schwechat soll einer Steigerung des Flugaufkommens dienen, was zu einem zwei- bis dreifachen Anstieg der CO2-Emissionen gegenüber 2003 führen würde. „Der Ausbau des Flughafens Wien ist den Berechnungen zufolge das klimaschädlichste Projekt Österreichs“, so Magdalena Heuwieser von „System Change, not Climate Change!“. Werden alle klimaschädlichen Auswirkungen des Fliegens miteinberechnet (Rußpartikel, Stickoxide, Zirruswolken), so kommt man auf etwa 10 Millionen Tonnen klimawirksame Emissionen pro Jahr (Brigitte Buschbeck, Neue Abschätzung). Zum Vergleich: der gesamte österreichische Straßenverkehr produziert derzeit etwa 22 Millionen Tonnen pro Jahr.

Außerdem würden die lokalen Lärm- und Abgasbelastungen stark ansteigen: Die geplante dritte Flugbahn ist so ausgerichtet, dass die Flüge noch mehr als zuvor direkt über die am dichtesten besiedelten Ballungsräume Österreichs geleitet würden. “In Liesing hätte der Ausbau viermal so viele Überflüge wie jetzt zur Folge“, so Martin Tögel der Bürgerinitiative Liesing gegen Fluglärm und 3. Piste. Auch in Favoriten, Hietzing, Penzing, Simmering und im Naherholungsgebiet Wienerwald würde es lauter werden.

Flugverkehr will uneingeschränkt wachsen
Aktuell findet die Generalversammlung der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organisation, ICAO) statt, um eine Entscheidung über die Antwort der Luftfahrt auf den Klimawandel zu treffen. Diese war aus dem Pariser Klimaabkommen (COP 21) ausgespart worden. Ihr Vorschlag lautet: Uneingeschränktes Wachstum des Flugverkehrs und der Emissionen, gekoppelt mit Emissions-Offsets (Ausgleichszahlungen). Über hundert zivilgesellschaftliche Organisationen zeigen auf, dass es sich dabei um „Greenwashing“ und falsche Klimalösungen handelt. Anstatt dort, wo möglich, Flugverkehr zu reduzieren, wird dieses umweltschädlichste Verkehrsmittel stark subventioniert. In Österreich könnte ein weiterer Schritt in diese Richtung bevorstehen: Das Finanz- und das Verkehrsministerium planen, die als Ticketsteuer bekannte und ohnehin sehr geringe Flugabgabe zu senken, sogar eine Abschaffung steht im Raum. Kerosin bleibt weiterhin steuerfrei. „Es ist komplett unverantwortlich, in Zeiten des Klimawandels solche klimaschädlichen steuerlichen Anreize zu setzen und in Infrastruktur wie die dritte Piste zu investieren, die eine emissionsintensive Zukunft einbetoniert“, so Manuel Grebenjak von „System Change, not Climate Change!“.

Aktionstag am 1. Oktober und internationale Proteste
Rund um den Globus gibt es zahlreiche Flughafenprojekte, gegen die Widerstand geleistet wird. Eingebettet in eine globale Aktionswoche finden in London, Mexiko Stadt, Nantes, Istanbul und Wien Proteste gegen Flughafenausbauprojekte und die Wachstumspläne der Flugindustrie statt. Am 1. Oktober organisiert „System Change, not Climate Change!“ eine bunte Raddemonstration vom Wiener Karlsplatz (Start 10:30) zum Flughafen, wo im Anschluss (14:00) eine friedliche, aber laute Kundgebung stattfinden wird. Ein großer Teil der Teilnehmer*innen wird dabei vom ersten österreichischen Klimacamp kommen, das vom 29. September bis 2. Oktober seine Zelte in Flughafennähe aufgeschlagen hat.

Im Rahmen der Kundgebung werden AktivistInnen und Vertreter*innen von Bürgerinitiativen sowie weitere VertreterInnen der engagierten Zivilgesellschaft ihre Stimmen für eine zukunftsfähige Mobilität und gegen den Flughafenausbau erheben. Denn die Botschaft, die von allen Beteiligten gemeinsam vertreten wird, lautet: „Die Pläne zum Bau einer dritten Piste am Flughafen Wien müssen so schnell wie möglich beendet werden.“

Rückfragen & Kontakt:

Manuel Grebenjak, System Change not Climate Change!
presse@systemchange-not-climatechange.at, +43 699 17238755

Magdalena Heuwieser, System Change, not Climate Change!
magdalena.heuwieser@ftwatch.at, +43 650 3773102

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