Graz, 26.6.2019. Wie kommen wir von Graz nach Wien – und welche Auswirkungen sind damit verbunden? Dieser Frage widmete sich das Straßentheater „Reisepreise“ der Grazer System Change!-Arbeitsgruppe Mobilität. Vier Personen wurden auf die Reise geschickt: per Fernbus, Zug, Auto und Flugzeug. Im Zeitraffer bewegten sie sich vom Grazer Hauptplatz zum Rathaus in Wien. Wer kam wohl als erstes an? Und wer hatte am Ende den schwersten CO2-Rucksack?


 

 

 

 

Zur Berechnung wurden Durchschnittswerte herangezogen (Quelle). Dazu zu sagen ist, dass die Klimawirkung beim Flugzeug sich durch die Flughöhe noch in etwa verdoppelt!

Den vier Passagier*innen erging es auf der Reise recht unterschiedlich. Während Leonie, die mit dem Flugzeug unterwegs war, einen Großteil der Zeit mit mühsamem Warten – zuerst beim Check-in-Schalter, dann am Terminal – verbrachte, konnten Leander und Andy bereits gemütlich im Zug bzw. Bus lesen oder arbeiten. Die stressigste Reise hatte wohl Tristan – nach einem riskanten Überholmanöver auf der Autobahn wurde er auch noch geblitzt, nur um dann im Wiener Stadtgebiet erst recht im Stau zu stehen.

Am Ende war sehr deutlich zu erkennen, dass Zug und Bus die einzigen Alternativen sind, wenn wir die Klimakrise ernst nehmen und Treibhausgasemissionen reduzieren wollen. Zur Veranschaulichung: Würden wir die gleiche Menge CO2 für die Produktion von Äpfeln aufwenden, so könnten wir anstatt des Flugs 1692 Äpfel, für die Autofahrt 550 Äpfel, für die Busfahrt 123 Äpfel und für die Zugreise 139 Äpfel essen. Global gesehen ist der zivile Flugverkehr derzeit für rund 5% der Treibhausgasemissionen verantwortlich – und ist gleichzeitig der am stärksten wachsende Sektor.
Dennoch wird der Flugverkehr in Österreich immer noch gefördert: Die erst 2011 eingeführte Ticketsteuer wurde kürzlich halbiert, Flughäfen zahlen keine Grundsteuer und Kerosin wird ebenfalls nicht besteuert. Global gesehen ist es nur eine kleine Elite, die fliegt: Es sind weniger als 10 % der Weltbevölkerung. Doch von den Auswirkungen der Klimakrise sind alle betroffen – und ganz besonders jene, die sich das Fliegen gar nicht leisten können.

Deshalb fordern wir die Abschaffung des Fluges Graz – Wien und retour. In Zeiten der Klimakrise ist es absurd, dass in Österreich noch immer Binnenflüge durchgeführt werden. Gleichzeitig fordern wir die Aufhebung der steuerlichen Begünstigungen für den Flugverkehr und insbesondere die Einführung einer Kerosinsteuer.

Wie wir sehen, wird auch das Auto nichts zur Reduktion von Treibhausgasen beim Reisen beitragen. Deshalb fordern wir einen massiven Ausbau von öffentlichem Verkehr und den Bau von nachhaltiger und der Region angepasster Mobilitätsinfrastruktur, die uns nicht im fossilen System gefangen hält.

Mehr zum Thema Flugverkehr und nachhaltige Mobilität findet ihr unter: https://systemchange-not-climatechange.at/de/unsere-mobilitaetsvision/ und https://systemchange-not-climatechange.at/de/auswirkungen-3-piste/

Wer zu einer nachhaltigen Veränderung des Mobilitätssystems in Graz beitragen will, findet Infos zur aktuellen Kampagne „MoVe iT“ in Kürze unter: move-it-graz.at

Straßentheater „Reisepreise“ in Graz
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