Presseaussendung vom 9. Februar 2018:

10 Jahre nach dem Bau der dritten Piste…

Zum Jahrestag des BVwG Urteils zur dritten Piste veröffentlicht „System Change, not Climate Change!” ein Protestvideo

Vor genau einem Jahr, am 9. Februar 2017, untersagte das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) den geplanten Bau der dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat wegen dessen negativen Auswirkungen auf den Klimawandel und Bodenversiegelung. Anlässlich des Jahrestages und der aktuellen Entwicklungen im Rechtsstreit setzt sich die österreichische Bewegung für Klimagerechtigkeit „System Change, not Climate Change!” in einem Video auf sarkastische Weise mit den potentiellen Folgen eines Baus der dritten Piste auseinander.

„Vor einem Jahr schauten viele mit Neid und zugleich Stolz auf Wien, als das BvwG den Schutz vor den Folgen des Klimawandels höher bewertete als Wirtschaftsinteressen”, erinnert sich die Klima-Aktivistin Magdalena Heuwieser. Das zukunftsweisende Gerichtsurteil wurde weltberühmt. Denn weltweit regen sich Proteste gegen den Bau von über 540 Flughäfen und Pisten. „Gemeinsamer Widerstand zahlt sich aus”, so Heuwieser. Erst im Jänner führte der jahrelange Protest durch Landwirt*innen und Flughafengegner*innen gegen den Neubau des Flughafens Notre-Dame-des-Landes zu einem Stopp des Vorhabens durch die französische Regierung.

Derzeit wird erneut eine Entscheidung des BVwG erwartet, nachdem der Verfassungsgerichtshof (VfGH) im Juni überraschenderweise das Urteil gegen die dritte Piste kippte. „Zusammengefasst war die Aussage des VfGH: Klimaschutz hat in der österreichischen Luftfahrt nichts zu suchen. Das ist gerade angesichts des kürzlich verabschiedeten Pariser Klimaabkommens absurd und auch aus juristischer Sicht unverständlich”, so Manuel Grebenjak, Aktivist bei „System Change, not Climate Change!”. „Wir hoffen, dass die ausstehende Entscheidung des BVwG das Verbot der dritten Piste bestätigt. Sie ist nicht nur das klimaschädlichste Projekt Österreichs und verbraucht fast 700 Hektar grüne Fläche”, erklärt Magdalena Heuwieser. „Die Flughafenerweiterung würde auch zu erhöhtem Lärm und Feinstaubbelastung, und somit zur starken Gesundheitsbeeinträchtigung für Anwohner*innen in vielen Wiener Bezirken führen. Zudem ist die Wirtschaftlichkeit des Projekts höchst fraglich. Anstatt die klimaschädliche Flugindustrie weiter zu subventionieren, sollte in eine nachhaltige Mobilität für alle investiert, Kurzflüge vermehrt auf Schienen verlagert und dadurch faire Arbeitsplätze geschaffen werden.”

Der Videoclip „Dritte Piste Wien-Schwechat – ein Erfolgsprojekt?” thematisiert die verschiedenen Probleme, die ein Flughafenausbau nach sich ziehen würde, auf sarkastische Weise. Die inszenierte Reportage spielt in der Zukunft: Zehn Jahre nach dem Bau der dritten Piste werden Wiener*innen befragt, ob die Versprechen der Flughafen Wien AG eingehalten wurden. Die Befragten scheinen begeistert. „Früher hat mich immer die Musik der Nachbarn gestört. Jetzt höre ich sowieso nichts mehr”, so eine der Antworten.

>> Videoclip: https://www.youtube.com/watch?v=AYiC59TxPmA

>> Websites: http://systemchange-not-climatechange.at // https://drittepiste.org // http://www.neinzurdrittenpiste.at

 

Kontakt:

Magdalena Heuwieser // presse[ät]systemchange-not-climatechange.at // 0650/3773102

Manuel Grebenjak // presse[ät]systemchange-not-climatechange.at // 0699/17238755

10 Jahre nach dem Bau der dritten Piste…
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