Aktionsbericht von Animal Climate Action & Friends

Am Samstag haben Animal Climate Action und Freund*innen zwei Aktionen im Rahmen der Climate Games in Wien durchgeführt zum Thema Tierproduktion, die für knapp ein Fünftel der globalen Treibhausgasemission verantwortlich ist. Wir haben zwei Unternehmen markiert, die aktiv zum Klimawandel beitragen und von der Ausbeutung von Tieren profitieren: Austrian Airlines am Flughafen Schwechat und die österreichische Raiffeisenorganisation mit Sitz in der Wiener Innenstadt.

Im Flughafen haben wir ein Zehn-Meter-Banner über das Terminal von Austrian Airline gehängt und lautstark sowie mit Flyern und Schnipseln auf den Transport von Küken durch die Airlines aufmerksam gemacht, der einen essentiellen Bestandteil für die arbeitsteilige kapitalistische Produktion von Tieren darstellt. Nach der erfolgreichen Aktion wurden die Personalien von mehreren Personen von der Polizei kontrolliert und einige dabei brutal zu Boden gedrückt.

Anschließend waren wir gemeinsam mit einigen Aktivist*innen von Nyeleni Österreich in der Wiener Innenstadt vor der österreichischen Raiffeisenorganisation, die 95 Prozent der österreichischen Milch verarbeitet und für den Export von Milchprodukten im Wert von mehr als 1,1 Milliarden Euro verantwortlich ist. Wir haben Passanten darüber informiert,dass die Produktion von Milchprodukten mit einem hohen Ausstoß von Treibhausgasen einhergeht, und dass insbesondere die Herstellung von Futtermitteln und deren Verfütterung maßgeblich zum Klimawandel durch die Tierproduktion beitragen.

Dass der Flugverkehr den Klimawandel anheizt und reduziert werden muss, ist vielen bewusst. Auch Airlines profitieren am Transport von Waren, insbesondere an der massenhaften Verschickung von Waren, die besonders schnell an einem anderen Ort sein müssen. Hierzu gehören Küken, die jährlich millionenfach um die Welt geflogen werden, damit diese in Zuchtanlagen marktgerechte Nachkommen für die Mast- und Eierindustrie bekommen. Das niederländische Agrarministerium teilte mit, dass 2017 fast 600.000 Küken über die Niederlande in die EU importiert wurden. Zielländer waren häufig Österreich und Polen. Im selben Jahr wurden 23 Millionen Puten- und Hühnerküken aus den Niederlanden per Flugzeug exportiert, in Deutschland waren es 2017 knapp 2 Millionen. Die Gründe für diese zentrale Rolle des Flugtransports sind, dass der globale Markt der Hühnerzucht von wenigen Konzernen beherrscht wird, da die Zuchtmethoden sehr komplex und sehr gehütet sind. Diese zumeist westlichen Unternehmen eignen sich dabei immer neue Märkte in Asien und Afrika an, gleichzeitig müssen Küken aufgrund von Tierschutzbestimmungen innerhalb von 60 Tagen an ihrem Zielort angekommen sein. Dies macht den Transport mit Flugzeugen notwendig. Zu den europäischen Fluggesellschaften, die ihre Frachträume für die Fleisch- und Eierkonzerne bereitstellen, gehören mitunter die Lufthansa AG, zu der auch die Austrian Airlines gehört.

Schluss mit den Tiertransporten in der Luft – Schluss mit jeglichen Tiertransporten! Beenden wir die klimaschädlichen Tiertransport-Flüge! Tierproduktion stoppen!

 

Die Tierproduktion trägt nur einen vergleichsweise kleinen Teil zur Welternährung bei und kommt vorwiegend der wohlhabenderen Weltbevölkerung zugute. Gleichzeitig wird die Produktion erkauft mit der Verwüstung ganzer Landstriche, der Zunahme multiresistenter Krankheitserreger, extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auch im industrialisierten Norden und nicht zuletzt mit der Ausbeutung nichtmenschlicher fühlender Lebewesen: zig Milliarden Landtiere und Billionen Wassertiere fallen jährlich der Tierproduktion zum Opfer.

Für die Produktion von Futtermitteln werden Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht, die anstelle des Einsatzes im Rahmen der Tierproduktion direkt für die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verwendet werden könnten. Für die Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierspezies und Haltungsbedingungen ca. 1,5 bis 21 pflanzliche Kalorien benötigt. Der Land- und Ressourcenverbrauch lässt sich daher bei direkter Produktion pflanzlicher Lebensmittel drastisch verringern. Des Weiteren entstehen fast die Hälfte der Treibhaushasemissionen der Tierproduktion bei der Herstellung von Futtermitteln. Dieser Anteil kann durch eine Umstellung auf pflanzliche Lebensmittelproduktion umfassend reduziert werden, während die direkten Emissionen der Tierhaltung entfallen könnten.

Futtermittelimporte stoppen! Tierfabriken dichtmachen! Klimagerechtigkeit erkämpfen!

Im Rahmen der Climate Games markieren wir Orte und Unternehmen der KlimaUNgerechtigkeit
und fordern
System Change Not Climate Change!

www.climategames.at

Mehr Infos zu Tierproduktion und Klimagerechtigkeit:

www.animal-climate-action.org

 

Aktionsbericht: Animal Climate Action & Friends bei den Climate Games in Wien