21. August 2016

Westspange Steyr: Ein Puzzlestück einer neuen Transitroute quer durch Europa

Drei Landwirte pflanzten ein "gelbes Band" im Protest zum Straßenbau: "Grüngürtel statt Westspange"
Drei Landwirte pflanzten ein „gelbes Band“ im Protest zum Straßenbau: „Grüngürtel statt Westspange“

Im Steyrer Stadtgebiet soll im bisher intakten Grüngürtel der Stadt eine sogenannte „Umfahrungsstraße“ gebaut werden, die laut Bürgermeister Hackl eine Entlastung für die Stadt bringen soll. Abgesehen davon, dass eine solche gar nicht nötig ist, weiß mittlerweile jeder, dass wer Straßen sät, Verkehr erntet. Dies belegen auch die Projektunterlagen des Landes OÖ. Eine insgesamt signifikante Verkehrszunahme wäre eine Folge des Baus.

Bei den Prognosen des Landes kann man sehen, dass es nur ein Straßenstück in Steyr gibt, wo es zu einer merkliche Entlastung (ca. 20%) käme. Alle anderen Gegenden werden praktisch nicht entlastet. Wenn ein ausgewiesenes Projektziel in der Art unerfüllt bleibt, müsste man doch dieses Projekt sofort stoppen. Eigentlich müsste beim Ansehen einer anderen Statistik sogar ein komplett anderer Weg bestritten werden, nämlich die Statistik der Anteile der Verkehrsbewegungen. Hier sieht man nämlich, dass Steyr beim Radfahranteil, mit 4%, zu den Schlusslichtern bei Österreichs Städten gehört. Weiters ist Steyr beim öffentlichen Verkehr ziemlich unattraktiv, wobei sich die zuständigen Steyrer Politiker wundern, warum niemand den Bus als Fortbewegungsmittel benutzt. Diese Ratlosigkeit nutzen sie als Grund, einfach nichts zu tun.

Unser Vorschlag: Radfahrnetz massiv ausbauen (auch zu den Nachbargemeinden), Einführung einer zusätzlichen Buslinie und eine vernünftige Taktung beim öffentlichen Verkehr,  inklusive Umlandgemeinden. Hier könnte man die prognotisierten 30 -38 Millionen Euro (die die Westspange kosten soll) viel klimafreundlicher anlegen und den innerstädtischen Verkehr weit besser entlasten.
Wenn die Straße für die SteyrerInnen keine Vorteile bedeutet, wem bringt diese Straße also etwas?
Im Zukunftspapier der WKOÖ kann man es nachlesen: Die Transportwirtschaft fordert die Westspange Steyr, um so nach und nach eine mautfreie Strecke zwischen Wullowitz und Klaus entstehen zu lassen. Dies ist ein wichtiger Abschnitt, um durch Mitteleuropa zum Hafen Koper zu gelangen, um von hier den Fernhandel mit Asien zu bestreiten. Neben dem Anheizen der Klimaerwärmung sollen wir also hier der Wirtschaft eine Straße bezahlen, die uns Lärm, Schmutz, Verkehrstote etc. bringt.

Der Verein „Grüngürtel statt Westspange“ kämpft seit fast 2 Jahren gegen diesen Wahnsinn. Wer ihn unterstützen möchte, unterschreibt bitte die Petition unter: www.westspange.at/petition.
Unsere Hoffnung bleibt auch, dass die Entscheidungen beim Klimagipfel von Paris eine Änderung der regionalen Politik bewirken wird.

Protestaktion Gelbes Band

Westspange Steyr: Ein Puzzlestück einer neuen Transitroute quer durch Europa
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