6. 9. 2018

Hambi bleibt!

Widerstand gegen die Zerstörung des Hambacher Waldes und Solidarität mit der Hambacher Forst Besetzung!

Was ist da eigentlich los im uralten Wald im deutschen Rheinland und warum ist er für die Klimagerechtigkeitsbewegung so wichtig? Wir beantworten ein paar Fragen dazu und zeigen euch, wie ihr zum aktuell vielleicht bedeutendsten Kampf für Klimagerechtigkeit in Europa informiert bleibt und was ihr selbst tun könnt. Aktuelle Informationen auf einen Blick liefert Aktion Unterholz hier: https://www.facebook.com/notes/aktion-unterholz/auf-einen-blick-stand-69-14-uhr/234138640603898/

Der Hambacher Wald und die Braunkohle
Der Hambacher Wald (oder Forst, ehem. Bürgewald) ist einer der letzten ursprünglichen Mischwälder in Mitteleuropa und ein einzigartiges Ökosystem. Von seiner ursprünglichen Fläche ist nur noch ein Zehntel vorhanden – der Großteil musste bereits dem Tagebau Hambach weichen, da unter ihm Kohlevorkommen liegen. Womit wir beim Problem sind: Dieser Braunkohletagebau gehört zum Rheinischen Braunkohlerevier, der größten CO2-Schleuder Europas mit mehreren Tagebauen und dreckigen Kohlekraftwerken. Nun soll auch noch der letzte Teil des Waldes dieser zerstörerischen Industrie und ihren Profitinteressen weichen. Der Wald ist also nicht nur ökologisch wertvoll, sondern steht auch zwischen noch mehr Klimazerstörung und einem Systemwandel in unserem Sinne!

 

Der Widerstand
Der Widerstand gegen die Zerstörung läuft schon lange. Seit rund sechs Jahren ist der Wald besetzt, Aktivistis leben dauerhaft oder zeitweise dort und haben am Boden und auf dem Bäumen Infrastruktur wie Hütten und Baumhäuser gebaut. Daneben solidarisiert sich u. a. Ende Gelände mit dem Hambi und kämpfen auch Umweltorganisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland oder lokale Zusammenschlüsse wie die Initiative „Buirer für Buir“ mit ihren Mitteln für den Erhalt.

 

Die rechtliche Situation
RWE ist der Eigentümer des Hambacher Waldes. Formal rechtlich gesehen hat der Konzern damit auch das Recht, diesen während der Rodungssaison vo Oktober bis 1. März abzuholzen, um die Ausweitung des Tagebaues vorzubereiten. Allerdings klagt der BUND gegen das Land Nordrhein-Westfahlen wegen der Zulassung des aktuellen Hauptbetriebsplans für den Braunkohlentagebau Hambach. Zudem berät aktuell die sogenannte „Kohlekommission“ über Zeitraum und Rahmenbedingungen für einen deutschen Kohleausstieg. RWE wird darum vorgeworfen, mit einer möglichst schnellen Abholzung Fakten schaffen zu wollen, bevor ein Ausstieg beschlossen wird. Aktueller Stand: RWE hat zugesagt, bis zum 14. Oktober keine Rodungen vorzunehmen, allerdings werden diese wohl weiterhin vorbereitet, was bedeutet, dass weiter Infrastruktur der WaldbewohnerInnen zerstört wird und wohl versucht wird die Besetzung zu räumen.

 

Unsere Position
System Change, not Climate Change erklärt sich solidarisch mit allen, die den Hambacher Wald erhalten wollen und sich zwischen die Kettensägen von RWE und die Bäume stellen. Wir werden die sinnlose, zutiefst ungerechte und klimaschädliche Abholzung und weitere Kohleverstromung nicht hinnehmen und den Widerstand gegen diese unterstützen.
Warum es so wichtig ist, jetzt aktiv gegen die Zerstörung des Waldes zu werden beschreibt das Aktionsbündnis Ende Gelände in seiner heutigen Presseaussendung gut: „RWE überschreitet rote Linien und gefährdet damit die einzigartige Natur im Wald und das Leben von Menschen weltweit. Wir werden die Räumung und Rodung des Hambacher Forsts gemeinsam mit vielen Menschen verhindern, als Teil der globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit.“

 

Was ihr tun könnt
Da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Heute ist der erste Baum gefallen, darum wurde Tag X ausgerufen und viele Gruppen in Deutschland und darüber hinaus rufen zur Verteidigung des Waldes auf. Auf der Website der Aktion Unterholz findet ihr alle Infos dazu.
Am wirksamsten ist es natürlich, selbst in den Wald zu fahren und die Verteidigung vor Ort zu unterstützen!

Wenn euch das nicht möglich ist, könnt ihr euch auch solidarisch erklären und z. B. ein Solifoto an die Aktivistis im Forst schicken, eurer Umfeld darüber informieren oder etwas spenden. Alle Infos dazu hier: https://hambacherforst.org/mach-mit/uebersicht/
und hier: https://aktion-unterholz.org/spenden/

 

Mittel- und langfristig ist es wichtig, dass wir den Widerstand gegen alle anderen klimaschädlichen und ungerechten Projekte und das derzeitige System verstärken und Alternativen entwickeln. Wenn ihr es noch nicht seid, werdet am besten heute noch aktiv bei Gruppen wie z.B. bei uns
System Change, not Climate Change, Ende Gelände, Attac Österreich, ÖBV – Via Campesina Austria und den vielen anderen Gruppen und Bewegungen, die sich für eine bessere Welt und ein gutes Leben für alle einsetzen!

Hambi bleibt!
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