Die Klima-Aktionsgruppe System Change, not Climate Change! warnt vor bedingungslosen Rettungspaketen für Fluglinien wie die Austrian Airlines.

Wien, 8. April 2020 – Derzeit wird über Staatshilfen in der Höhe von mindestens 500 Millionen Euro für die Austrian Airlines verhandelt. Laut der Klima-Aktionsgruppe System Change, not Climate Change! darf die Regierung nicht auf ein unrealistisches Business-as-usual für den klimaschädlichen Flugverkehr nach der Krise spekulieren. Die öffentliche Hand muss stattdessen in einen klimagerechten Umbau des Verkehrssystems investieren und sicherstellen, dass Arbeiter:innen nicht auf der Strecke bleiben.

“Anstatt Rettungsschirme für Airlines aufzuspannen, müssen jetzt die Weichen für ein klimagerechtes Mobilitätssystem gestellt werden. Mit Millionengeschenken für den Flugverkehr auf Kosten der Steuerzahler:innen sichert die Regierung keine zukunftsfähigen Arbeitsplätze. Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen, hat die Luftfahrt im derzeitigen Ausmaß keine Zukunft. Stattdessen müssen klimafreundlichere Transportbranchen gefördert werden und Arbeiter:innen ein Umstieg dorthin ermöglicht. Wir brauchen einen gerechten Übergang in ein Wirtschaftssystem, das Menschen und Umwelt vor Profite stellt!“, so Mira Kapfinger von System Change.

Erst Anfang dieser Woche wurde von über 250 Organisationen, Universitätsinstituten und Gewerkschaften weltweit die Kampagne #SavePeopleNotPlanes gestartet, die sich gegen bedingungslose Rettungspakete für die Flugindustrie ausspricht. Eine dazugehörige Petition wurde bereits von mehr als 30.000 Menschen unterzeichnet. Initiiert wurde die Kampagne vom globalen Netzwerk Stay Grounded, in Österreich unterstützen sie neben System Change! 29 weitere Organisationen. Sie fordern Regierungen dazu auf:

  1. die Bedürfnisse der Menschen an erste Stelle zu setzen und Arbeiter:innen zu helfen, anstatt Manager:innen und Aktionär:innen,
  2. einen nachhaltigen Umbau des Verkehrssektors einzuleiten, indem die Nachfrage nach Flugreisen reduziert und klimafreundliche Alternativen wie der Zugverkehr gefördert werden, um dort klimagerechte Arbeitsplätze zu schaffen,
  3. die Steuerprivilegien der Flugindustrie abzuschaffen und neben einer Kerosinsteuer eine progressiv ansteigende Vielflieger:innenabgabe einzuführen.

Die Luftfahrtindustrie hat in den vergangenen Jahrzehnten mit weit überdurchschnittlichen Wachstumsraten auf Kosten des Klimas massive Gewinne eingefahren. Schon heute ist der Flugverkehr inklusive der Nicht-CO2-Effekte für 5-8 % der Klimaerhitzung verantwortlich. Dieser Anteil ist gewaltig angesichts der verschwindend geringen Anzahl von Vielflieger*innen, die dafür hauptsächlich verantwortlich sind: So zeigt eine aktuelle Studie, dass die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung 75% der Transportenergie im Flugverkehr verbrauchen.

System Change, not Climate Change! ist Gründungsmitglied des globalen Netzwerks Stay Grounded, das sich für eine rasche Reduktion des Flugverkehrs und für ein gerechtes Mobilitätssystem einsetzt. Das Netzwerk mit Sitz in Wien hat über 150 Mitgliedsorganisationen weltweit.

Weitere Informationen zu #SavePeopleNotPlanes

Offener Brief: https://stay-grounded.org/savepeoplenotplanes
Petition: www.change.org/SavePeoplenotPlanes-Austria
Bildmaterial zur redaktionellen Verwendung bei Namensnennung: https://tinyurl.com/v56r59b

Kontakt und Rückfragehinweis

Mira Kapfinger
presse@systemchange-not-climatechange.at
0680/1451307

Presseaussendung: AUA-Staatshilfen: Keine Millionengeschenke auf Kosten des Klimas
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