Mehr als 6000 Menschen beim Klimastreik in Wien

Am 25. September 2020, wurde in mehr als 3200 Städten und 154 Ländern weltweit für Klimagerechtigkeit gestreikt. So auch in Österreich, wo zehn Demonstrationen trotz Regen und mit strengen Corona-Maßnahmen stattfanden. Alleine in Wien kamen mehr als 6000 Teilnehmer*innen trotz der vergleichsweise schwierigen Umstände zusammen und forderten lautstark eine mutige Klimapolitik, in Linz waren es über 800. Hier gehts zur Nachlese vom Klimaprotest Bündnis.

Mobilitätswende Jetzt

Der Streik in Wien wurde von mehr als 80 Organisationen unterstützt, darunter neben System Change, not Climate Change auch von der Gewerkschaft Eisenbahner:innen, der vida. Luise Bacher von System Change machte in ihrer Rede klar: Wenn wir die Klimakrise in den Griff bekommen wollen, brauchen wir eine radikale Mobilitätswende – denn der Verkehr ist in Österreich Klimakiller #1.

Rede Luise Bacher, Globaler Klimastreik 25.09.20

Trotz Straucheln der Wirtschaft aufgrund der Coronakrise spitzt sich die Klimakrise weiter zu. Österreich investiert massiv in die Rettung von Klimakillern wie Flug- und Autoindustrie, weigert sich aber gleichzeitig, Menschenleben zu retten – das zeigt sich an Moria. Tausende Menschen sitzen auf Lesbos auf der Flucht vor Krieg, Zerstörung und Klimakatastrophen fest. Die Rettung dieser Menschenleben ist Kurz & Co keinen Cent wert, dafür pumpen sie Milliarden in Industrien, die immer mehr Fluchtursachen erzeugen: Hunderte Millionen für die Rettung der AUA ohne nennenswerte Auflagen heizen die Klimakrise weiter an. Die Autoindustrie, die auch kräftig Finanzspritzen fordert, z.B. in Form der Abwrackprämie – oder besser: Abfuckprämie –, befeuert mit ihrer Scheinlösung E-Auto Ressourcenkriege im Globalen Süden.

Wenn wir die Klimakrise in den Griff bekommen wollen, brauchen wir eine radikale Mobilitätswende – denn der Verkehr ist in Österreich Klimakiller #1. Statt jetzt im Zuge der Corona-Hilfspakete die Weichen für gerechte, zukunftsfähige Mobilität zu stellen, ist die Regierung dabei, das ungerechte, klimaschädliche Verkehrssystem für Jahrzehnte in Beton zu gießen.

Die Ungerechtigkeit zeigt sich an den bewachten Grenzzäunen der Festung Europa, an denen Menschen in Not jahrelang festgehalten werden und ihnen ihr Recht auf Bewegungsfreiheit verwehrt wird, aber auch innerhalb Österreichs. In ländlichen Gebieten fesselt schlechte öffentliche Infrastruktur die Menschen ans Auto. In den Städten, so auch in Wien, verdrängen steigende Mieten Niedrigverdienende an stark befahrene, luftverschmutzte Straßen, die vor allem von Besserverdienenden befahren werden. Saubere Luft zum Atmen darf kein Privileg sein, sondern muss uns allen gehören!

Genauso wie der Platz auf den Straßen, den wir uns von den Autos zurückholen werden und gemeinsam gestalten.

Genauso wie ein leistbares, nachhaltiges Mobilitätssystem, das nicht in den Händen von Großkonzernen und Profitinteressen liegen darf, sondern in unseren.

Deshalb bedeutet Mobilitätswende auch Vergesellschaftung und radikale Demokratisierung, und nicht vorübergehende Pop-Up-Radwege oder ein Weiter-wie-Bisher mit E-Autos, für deren Ressourcen und Strom Communities von ihrem Land vertrieben werden.

Mobilitätswende bedeutet Bewegungsfreiheit für alle, und nicht nationalistische Festung Europa. Mobilitätswende bedeutet eine Stadt für alle, statt SUVs für wenige!

Genau hier, auf den Straßen und Flughäfen Wiens zeigt sich die Ungerechtigkeit der klimazerstörerischen kapitalistischen Ordnung, also lasst sie uns genau hier bekämpfen! Die Coronakrise zeigt: Bis die Regierung endlich ernst macht mit der notwendigen Mobilitätswende, sind wir längst mitten in der Klimakatastrophe. Deshalb nehmen wir das selbst in die Hand. Kommt am 23. Oktober zu unserem Mobilitätswende-Aktionstag! Wir schwingen uns auf unsere Räder und nehmen uns die Straße: Denn es ist unsere Stadt, unser Klima und unsere Zukunft!

 

 

6. Globaler Klimastreik – Mobilitätswende Jetzt!
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