15.2.2019

Der Verkehrssektor ist Österreichs Klimakiller Nummer 1.

Er ist der einzige Sektor, in dem im Vergleich zu 1990 die Emissionen nicht zurückgegangen sondern um 67 Prozent angestiegen sind. Neben tödlicher Luftverpestung, Lärmbelästigung und jährlich rund 400 Verkehrstoten verursacht er damit knapp ein Drittel der nationalen Treibhausgasemissionen. Hauptverantwortlich dafür ist die Imperiale Automobilität, die nicht nur hier in Österreich sowohl kulturell als auch in der kapitalistischen Produktionsweise tief verankert ist, sondern zudem auf der Ausbeutung von Ressourcen, Arbeitskräften und Senken im Globalen Süden fußt. Die von der wachstumsgetriebenen Autoindustrie propagierten grünen Lügen à la Elektro-SUVs werden daran nichts ändern. Um die Klimakrise zu stoppen, braucht es eine radikale Mobilitätswende, eine Reduktion der Verkehrswege und eine Umgestaltung und Wiederaneignung unserer Städte, sodass sie den Menschen und nicht den Autos dienen!

Anstatt gegen die Klimakrise entschieden vorzugehen, tritt Schwarz-Blau als Verteidigerin der Imperialen Automobilität auf. So erhöhte Verkehrsminister Norbert Hofer das Tempolimit auf Autobahnen, investiert Milliarden in den zerstörerischen Bau des Lobautunnels und verteidigt auch nach all den Dieselskandalen weiterhin die Automafia und ihre menschenfeindlichen Profitstrategien.
Wenn die Regierung die Klimakrise weiter anheizt, anstatt entschlossen dagegen vorzugehen, dann ist für uns kreativer Protest und ziviler Ungehorsam das einzig richtige Mittel, um eine wirkliche Mobilitätswende und Klimagerechtigkeit zu erstreiten.

Um darüber ins Gespräch zu kommen, wie wir uns die sozial-ökologische Mobilitätswende vorstellen können und welche Schritte nötig sind, um das Auto und sein System zu überwinden, lädt System Change, not Climate Change! ein zu einer dreiteiligen Filmreihe:

The Battle of the Newbury Bypass: Tales of Resistance (2018)

05. März, 19:30, Amerlinghaus: Wir starten unsere Filmreihe mit einem Rückblick in die Jahre 1995/96, als tausende Menschen in Großbritannien durch das Errichten von Protestcamps und Baumbesetzungen den Versuch unternahmen, die Konstruktion des Autobahnabschnittes Newbury Bypass zu unterbinden. Aus der Perpektive der beteiligten Aktivist*innen wird dargestellt, wie die massiven Blockaden des Autobahnbaus ermöglicht wurden, die das Straßenbauprogramm der Britischen Regierung letztendlich zum Erliegen brachten. Anhand des Films wollen wir diskutieren, welche Erfahrungen aus Großbritannien sich auf die Planung von Protesten gegen die Lobau-Autobahn in Wien/Niederösterreich übertragen lassen. Der Film wird auf Englisch gezeigt werden.

Widerstand am Strom – Hainburg, der österreichische Weg (1987)

28. März, 19:00, Amerlinghaus: Mit unserem zweiten Film schwenken wir weiter direkt zu den Auseinandersetzungen in den Donau-Auen im Jahr 1984, einem der eindrücklichsten Beispiele von zivilem Ungehorsam der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Der Film dokumentiert die Besetzung der Hainburger Au zur Verhinderung eines zerstörerischen Wasserkraftwerks und zur Errichtung des National-parks Donau-Auen, von welchem die Lobau heute ein Teil ist. Wir wollen mithilfe der Dokumentation und Eindrücken von an den Protesten direkt Beteiligten ein besseres Verständnis von den Dynamiken der Auseinander-setzung im österreichischen Kontext und der daran beteiligten Akteur*innen gewinnen.

Bikes vs. Cars (2015)

VERSCHOBEN AUF 16. Mai, 19:00, Amerlinghaus: Nach Autobahnen, Blockaden und Protestcamps geht es an diesem Abend um die tagtäglichen Auseinandersetzungen im Herzen der Städte. Die Dokumentation beleuchtet, wie der Klimakiller Automobilität von mächtigen Interessen gestützt seine dominante Stellung im urbanen Raum einnehmen konnte und wie Radaktivist*innen weltweit dagegen ankämpfen. Wir sind gespannt auf eure ganz persönlichen Erfahrungen in diesen Auseinanderset-zungen und wollen uns darüber austauschen, wie sich auch in Wien öffentlicher Raum wieder von Autos befreien und eine urbane Mobilitätswende realisieren lässt.

Alle Vorführungen finden im Amerlinghaus in der Stiftgasse 8, 1070 Wien statt.

 

Filmreihe #Autofrei
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