Militanter kollektiver Widerstand wirkt! Gegen Kapitalismus, Polizeirepression, RWE & Co.

So lautet die Unterschrift eines Soli-Banners das vor kurzem in Wien aufgehängt wurde.

Am frühen Morgen des 11.10.18 wurde im Rahmen einer Kletteraktion ein Transparent  gehisst mit der Aufschrift: „HAINBURG BLIEB, HAMBACHER FORST BLEIBT! Militanter kollektiver Widerstand wirkt! Gegen Kapitalismus, Polizeirepression, RWE & Co.“

Es hing auf 6m Höhe auf 2 Laternenmasten, über drei Fahrbahnen auf der Ausstellungsstraße zwischen Prater und der Ubahn-Station Praterstern.

Ziel der Aktion war es, sich an internationalen Solidaritätsaktionen mit den Kämpfen rund um den Hambacher Forst zu beteiligen. Und mit der Sichtbarmachung der Verbindung zur erfolgreichen Erkämpfung der Hainburger Au in den 1980er Jahren unweit von Wien, all jene zu ermutigen und zu bestärken, die sich für den Erhalt des Hambacher Forstes und die Transformation der bestehenden Verhältnisse einsetzen.

Der Hambacher Forst ist ein 10.000 Jahre alter Wald in der Nähe von Köln. Er ist einerseits erhaltenswert, aufgrund seiner ökologischen Vielfalt und Lebensraum von bedrohten Arten, andererseits dient er als Symbol des Kampfes gegen Verdrängung und Zerstörung aufgrund von Kapitalinteressen und Politik.  Aktuell ist nur mehr ein Bruchteil seiner ursprünglichen Größe übrig, weil er dem Tagebau, zur klimafeindlichen Gewinnung von Braunkohle, zur Energieproduktion weichen musste. Dagegen wehren sich seit 6 Jahren, Besetzer*innen in Baumhäusern, verschiedene Initiativen und ein breites Netzwerk von Ortsansässigen und internationalen Aktivist*innen. Die Strukturen die dort geschaffen wurden, waren nicht nur ein Ausdruck des Widerstands gegen den Stromkonzern und Tagebaubetreiber RWE, sondern auch Ausdruck von umfangreicher Gesellschaftskritik und  ein Experiment kollektiver emanzipatorischer Lebensformen. Seit Semptember 2018 wurden Baumhäuser geräumt und zerstört, Teile des Waldes gerodet. Doch auch der Widerstand dagegen war so groß und breit wie noch nie zu vor. Im Laufe der Geschichte des Widerstands fanden unzählige vielfältige Aktionen statt. Von militanten Aktionen zur Zerstörung von RWE Infrastrukturen bis hin zu  Demonstrationen und Aktionen des zivilen Ungehorsams mit bis zu 50.000 Menschen.

In der Hainburger Au, einem Waldgebiet in der Nähe von Wien konnte im Jahr 1984/85 der Baustop eines Kraftwerks verhindert werden, auf einer Fläche die mittlerweile zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Menschen demonstrierten und besetzten damals die Au, verhinderten Rodungen und Räumungen, wehrten sich erfolgreich gegen prügelnde Polizisten, bauten solidarische Strukturen zwischen Besetzenden und Anrainern auf und erschufen eine sozial-ökologische Bewegung im konservativen Österreich. Dieses historische Beispiel und der aktuelle Rodungsstop im Hambacher Forst sind Zeichen für die Wirksamkeit von kollektivem und militantem Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse und das repressive Bestehende.

Again,

Hambacher Forst bleibt!

Militanter kollektiver Widerstand wirkt!

Gegen Kapitalismus, Polizeirepression, RWE & Co.

 

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Hainburg blieb, Hambacher Forst bleibt!
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