Klimacamp & Climate Games: 500 Menschen nahmen an Aktionstagen für Klimagerechtigkeit teil – System Change, not Climate Change!

Klimacamp & Climate Games: 500 Menschen nahmen an Aktionstagen für Klimagerechtigkeit teil

Klimacamp 2018
Mit bunten, lauten, kreativen Aktionen deckten hunderte Menschen am 1. und 2. Juni Verursacher*innen der Klimakrise auf: mit Bannern an der Wirtschaftsuniversität brachten sie ihre Wachstumskritik zum Ausdruck, aufgeblasene Riesenwürfel veranschaulichten die über 3.000 Kilotonnen CO2-Äquivalente jährlicher CO2-Emissionen der dritten Piste, mit „Gehzeugen“ wurde in den klimaschädlichen Autoverkehr interveniert. Die Aktivist*innen von „System Change not Climate Change!“ machten deutlich: Ein „Weiter wie bisher“ kann es in Zeiten der Klimakrise nicht geben.

Wenn die etablierte Politik versagt, müssen wir den sozial-ökologischen Wandel selbst in die Hand nehmen! Hundert Prozent erneuerbare Energien, ein klimaschonender öffentlicher Verkehr und ein Wirtschaften innerhalb der planetaren Grenzen sind dabei wichtige Zwischenziele, für die wir uns einsetzen, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Auf dem diesjährigen Klimacamp in Wolkersdorf bei Weindorf wurden in den letzten vier Tagen diese geforderten Alternativen bereits im Kleinen umgesetzt. Auf Einladung des Biohofs Vogt – bekannt aus dem Film „Bauer Unser“ – wurde dort gemeinsam gezeltet, Wissen ausgetauscht, diskutiert und dadurch Protest ganz praktisch zum Ausdruck gebracht. Wir versorgten uns mit Solarstrom, kochten für hunderte Gäste veganes und vor dem Wegwerfen gerettetes Essen, und benutzen Kompost-Toiletten. Die Teilnehmer*innen kamen aus zahlreichen Ländern und sozialen Bewegungen zusammen und machen sichtbar, wie viele Alternativen es zu unserem gegenwärtigen, zerstörerischen Gesellschaftssystem bereits gibt. Die vielen spannenden Workshops und Gespräche haben aber auch gezeigt, wo es noch viel zu tun gibt.

Climate Games zum ersten Mal in Wien

Climate Games 2018
Doch reden und experimentieren im Kleinen allein reicht nicht, wir müssen unseren Widerstand auch sichtbar werden lassen. Aus diesem Grund fanden neben dem Klimacamp auch mehrere Protestaktionen im Rahmen der sogenannten  „Climate Games“ statt. Viele Menschen und Gruppen nahmen selbstorganisiert die größten Klimasünder ins Visier: den Flughafen, die automobile Mobilität, die Öl- und Gasgeschäfte der OMV, aber auch die Wissensproduktion an der Wirtschaftsuniversität: dort prangte ein Riesenbanner mit dem bekannten Spruch von Kenneth Boulding: „Anyone believing exponential growth can go on forever in a finite world is a madman or an economist“ (Jede*r der/die glaubt, dass Wachstum in einer endlichen Welt unendlich weitergehen kann ist entweder verrückt, oder  ein*e Ökonom*in). Viele weitere Orte der KlimaUNgerechtigkeit in Wien sind in einem Schwarzbuch aufgeführt, das für die Climate Games zusammengestellt wurde. Bei einem „Degrowth-Picknick“ vor der Votiv-Kirche nahmen die Climate Games” am Samstag ihren Abschluss. Mit einer Menschenkette wurde eine große Sonne gebildet: als Symbol für die Strahlkraft, die das Klimacamp und die Aktionen der “Climate Games” in die Gesellschaft haben müssen, um dort die nötigen Wandlungsprozesse anzustossen, damit der Klimakrise Einhalt geboten werden kann.

Klimacamp & Climate Games: 500 Menschen nahmen an Aktionstagen für Klimagerechtigkeit teil