Wie kam es dazu?

Im Rahmen des zweisemestrigen Kurses „service learning“ war es die Aufgabe der Studierenden des WU Masterganges “Socio- Ecological Economics and Policy“ der Wirtschaftsuniversität Wien, erworbene theoretische Inhalte aus dem Studium an konkreten gesellschaftlichen Herausforderungen anzuwenden. Wie auch in den vergangenen Jahren ermöglichte „System Change, Not Climate Change“ einer Studierendengruppe, ihr gewonnenes Wissen aus dem Studium an Schüler*innen weiterzugeben. Dieses Jahr stand eine Kooperation mit dem Naturwissenschaftlichen Zweig der AHS Rahlgasse an. Im Vergleich zu den Jahren davor trafen die Studierenden auf eine Schulklasse, die bereits durch ihre Spezialisierung einiges an Wissen in die Workshops mitbrachten. Ein Grund, sich für die Umsetzung etwas Neues einfallen zu lassen.

Was wurde gemacht?

Aufgrund der Klassengröße von 24 Schüler*innen und den bereits erwähnten Vorkenntnissen zur Klimakrise starteten wir unsere erste Session mit einem Input von „System Change, Not Climate Change“, bevor wir die drei Themenblöcke präsentierten, in denen die Schüler*innen sich in den folgenden zwei Workshoptagen austoben konnten. Diese Auswahl umfasste das Konzept der Klimagerechtigkeit, Konsument*innenkritik in Zeiten eines komplexen Wirtschaftssystems und die Rolle von (Sozialen) Medien in Zeiten der Klimakrise. Mit der Gruppeneinteilung und einer kurzen Evaluierung zum Wissensstand der Schüler*innen zu den einzelnen Modulen endete die erste Session.

An den Workshoptagen zwei und drei wurde dann in den Kleingruppen gearbeitet. Hier eine kleine Übersicht:

1. Das Konzept Klimagerechtigkeit

In diesem Teil des Workshops beschäftigten wir uns mit dem abstrakten Thema Klimagerechtigkeit (climate justice). In einem ersten Schritt wurde der Wissensstand der Gruppe abgefragt, wichtige Begriffe definiert und Missverständnisse um das Konzept Klimagerechtigkeit ausgeräumt. Weiters wurden Beispiele für Klimaungerechtigkeiten (u.a.: der von Chevron verursachte Ölteppich vor Ecuador) in Kleingruppen behandelt und sich gegenseitig präsentiert. Schnell wurde uns klar, dass die Gruppe sich vor allem für Ökofeminismus (ecofeminism) interessieren. Daraufhin haben wir kurzerhand das Workshopkonzept geändert und innerhalb Kleingruppen zu diesem Thema debattiert.

2. Konsument*innenkritik in Zeiten eines komplexen Wirtschaftssystems

Im Rahmen dieses Teils wurde zuerst mit den Schüler*innen versucht grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge zu erarbeiten. Abläufe und Akteure wurden genannt, außerdem wurde diskutiert welche Machtstrukturen gegeben sind. Daraufhin sind wir konkreter auf die Kritik am Massenkonsum eingegangen, mit Hilfe des Kurzfilms “The Story of Stuff”. Dieser kritisiert den Massenkonsum aufgrund des massiven Ressourceneinsatzes und der globalen Ungerechtigkeiten im System. Die Schüler*innen reagierten gut auf den durchaus direkten Film und waren offen für die Kritik am Lebensstil der entwickelten Staaten.

3. Die Rolle von (Sozialen) Medien in Zeiten der Klimakrise

Zum einen wurde die Rolle der Medien innerhalb eines Meinungsbildungsprozess analysiert. Außerdem wurde der mediale Diskurs um die Klimakrise diskutiert, z.B. inwiefern die Klimakrise von deutschen und österreichischen Tageszeitungen problematisiert und repräsentiert wird, in Form von Bild und Text. Aber auch die immer wichtiger werdenden Sozialen Medien wurden neben der Bewusstseinsschaffung für Problematiken wie des zugrundeliegenden Algorithmus, anhand von wissenschaftlichen Texten in der Gruppe kritisch reflektiert.

Was war der Outcome?

Am Ende des dritten Workshoptages wurden die Schüler*innen beauftragt, ein kleines Projekt zu forcieren, um dies am vierten und abschließenden Workshoptag den anderen Klassen vorzutragen. Dabei kamen zum einen Projekte zustande, die sich mit dem Thema Ressourcenverschwendung oder CO2-Fußabdruck beschäftigten. Zum anderen, zeigten die Schüler*innen welche Rolle die Kunst spielen kann, in dem Impulsreferat oder auch ein Poetry Vortrag abgehalten wurde, die auf die Dringlichkeit des Handelns, um einen Weg aus der menschgemachten Klimakrise zu schaffen, aufmerksam machten. Aber auch Rezepte und Kochvideos für nachhaltige Gerichte wurden vorgeführt. Am Schluss gab es dann noch eine Abkühlung und nette Gespräche bei selbstgemachter Biolimo. Vielen Dank für diese Show!

PS.: Die Systemerhalter*innen da draußen dürfen sich auf etwas gefasst machen. Diese Jugend ist bereit die Welt zu verändern!

Service-Learning-Projekt der WU mit System Change, Not Climate Change
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