Unter dem Motto by2020WeRiseUp nimmt die Klimagerechtigkeitsbewegung in den ersten Monaten 2020 das Versagen der fossilen Finanzindustrie in den Fokus

Das Jahr 2020 hat gerade erst begonnen und schon jetzt überschlagen sich die Ereignisse und Nachrichten. Die Klimagerechtigkeitsbewegung hätte sich nach den vielen Erfolgen 2019 eigentlich eine Erholungszeit verdient. Doch so wie die Klimakrise und ihre Folgen keine Pause machen (man denke etwa an die verheerenden Brände in Australien), ist auch die Klimagerechtigkeitsbewegung schon wieder hartnäckig und mit Liebe und Wut aktiv, um die Politik wach zu rütteln und den Widerstand gegen klimaschädliche Unternehmen noch zu verstärken (Siemens, #StopAdani, OMV, …).

It’s 2020. We rise up.

Die zweite Welle von By 2020 We Rise Up hat begonnen. By 2020, das ist eine gemeinsame Kampagne von über 30 Klimagerechtigkeitsgruppen, hauptsächlich in Europa. Ziel ist Verbindungen zwischen den verschiedenen Kämpfen herzustellen und gemeinsam die Lage zuzuspitzen und gegen die herrschenden Zustände aufzustehen. In der zweiten Welle liegt der thematische Fokus auf der Finanzierung klimaschädlicher fossiler Industrie. Die Hauptaktion findet rund um #WorldEconomicFailure (World Economic Forum) statt. Unter dem Motto „Strike WEF“ sind über 1000 Menschen in Landquart in der Schweiz aufgebrochen, um in 3 Tagen zum #WorldEconomicFailure nach Davos zu wandern und haben damit den Protest direkt vor die Türen der Verursacher und Antreiber der Klimakrise gebracht!

#StrikeWEF Wanderung nach Davos – Foto: https://twitter.com/christianwilln1

Über 1000 in der Schweiz – dezentrale Aktionen in ganz Europa

Während der zentralen Aktion in der Schweiz #StrikeWEF gab es in Europa auch andere, dezentrale Aktionen zum Thema Finanzierung der Klimakrise. So hat etwa Climaximo in Lissabon eine „Toxik-Tour“ veranstaltet, um während einem Stadtrundgang über lokale Banken und Finanzinstitute aufzuklären, die noch immer als Geldgeber für fossile Industrie dienen und damit Unterstützer der Planetenzerstörer sind („Shell is not a green saviour. It’s a planetary death machine.“ – George Monbiot). Ihr Weg führte sie an den Zentralen der Santander Consumer Bank, der ING Bank, der BNP Paribas, der BBVA und der Europäischen Investment Bank vorbei.

Toxic Tour in Lissabon (Foto: Climaximo)

Investitionen in Öl, Gas und Kohle töten

Eine Weiterfinanzierung der fossilen Industrie und alle, die versuchen, darin ihre Profite zu machen, riskiert das Leben von uns Menschen im Osten, Westen sowie Süden und Norden: Seien es die zunehmenden Dürren in Afrika, die ausufernden Brände in Australien und Nordamerika oder die Gletscherschmelzen vor unserer Haustür. Die Investition in Öl, Gas und Kohle bedeutet ein eindeutiges Nein zu der Gesundheit von uns Menschen, dem Pariser Klimaabkommen und zu unserer Zukunft. Vielmehr ist sie ein trauriges Ja zu alten, fossilen Technologien und der Profitgier weniger. Denn Alternativen existieren.

Österreichische Banken heizen Klimakollaps weiter an

Auch in Österreich heizen Banken und Finanzinstitute die Klimakrise weiter an: In den letzten Jahren hat etwa die Erste Bank Unternehmen finanziert, die im Upstream und Downstream der Ölindustrie tätig sind. Außerdem hat sie Gas-Pipeline-Projekte finanziert und Geld in Flughäfen wie den in Budapest gesteckt.

Ähnlich macht es die Raiffeisen Banking Group. Auch Gelder der Raiffeisen Banking Group befeuern die Klimakrise, denn sie fließen in Flughäfen in Russland genauso wie in Öl- und Gasgeschäfte im In- und Ausland.

Wer die zwei genannten Akteure schon kennt, kann gerne zum Beispiel einmal bei BGM Partners anrufen und sie nach ihren Öl- und Gasgeschäften in Nordamerika fragen und wie ihre Investitionen so laufen. BGM Partners, mit Büros in Wien und Luzern ist ein privater Finanzdienstleister. Er bietet Beratungen für Privatpersonen und Investmentgesellschaften an mit Schwerpunkt auf Fusionen und Übernahmen von Unternehmen („Mergers & Acquisitions“). Ihr Service stellen sie gerne für das Öl- und Gasgeschäft in West-, Mittel- und Osteuropa, insbesondere in Russland und der Türkei, zur Verfügung.

Der Kapitalismus muss aussterben, bevor wir es tun

100 Großfirmen (v.a. aus der Öl-, Gas- und Kohleindustrie), darunter auch die OMV, sind für 71 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen seit 1988 verantwortlich. Der neueste Bericht der unabhängigen Denkfabrik Carbon Tracker zeigt auf, dass die größten dieser Konzerne noch immer in Projekte investieren, die nicht Paris-konform sind. Dies zeigt, dass so manches grünes Image pures Greenwashing ist. Für den Profit Weniger wird das Leben Vieler aufs Spiel gesetzt. Solche Fehlinvestitionen, müssen sofort ein Ende haben.

Banken, Finanzinstitute und Großkonzerne heizen nicht nur Klima- und soziale Krisen durch ihre Investitionen in Öl, Kohle und Gas direkt weiter an. Sie sind auch mächtige politische Akteure, die die Handlungsspielräume von Regierungen einschränken. Sie zementieren ein längst überholtes, neoliberales und auf unendliches Wachstum geprägtes Wirtschaftssystem ein, das auf Ausbeutung von Mensch und Natur für kurzfristige Profitinteressen beruht. Dieses Wirtschaftssystem muss aussterben, bevor wir alle es tun! Denn unser gemeinsames Haus steht in Flammen und das nicht nur buchstäblich in Australien, Kalifornien, Brasilien, Afrika, Europa und der Arktis.

Unter dem Motto #by2020weRiseUp setzt die Klimagerechtigkeitsbewegung 2020 an, wo Regierungen versagen. Wir werden die Dinge selbst in die Hand nehmen und Banken, Finanzunternehmen und Großkonzerne zur Rechenschaft ziehen, um die Klimakrise einzudämmen. Wir werden ihre Taten an die Öffentlichkeit bringen, wie bereits Ende 2019 mit dem Protest vor der OMV und der OPEC begonnen. Denn es bleibt keine Zeit mehr. Es gibt nichts zu verlieren, aber einen lebenswerteren Planten und eine gerechtere Zukunft für uns alle zu gewinnen.

Ob Klimagerechtigkeit erreicht werden kann, hängt von uns allen ab. Es ist Zeit aufzustehen. #By2020WeRiseUp

World Economic Failure – Finanzindustrie im Fokus der Klimabewegung
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