Wien, 21. November 2025 – 10 Jahre nach Abschluss des Pariser Klimaabkommens endet die COP ohne Fahrplan für den Ausstieg aus Fossilen Energien. Die EU inszeniert sich als Verfechterin der Klimaziele und beschuldigt den Rest der Welt. „Gerade die EU hat bei den Pariser Klimazielen versagt. Weder auf Wissenschaft noch auf die Klimabewegung und Bürger*innen wurde gehört. Es ist allerhöchste Zeit, genau das zu tun, um eine Katastrophe zu verhindern“, sagt Barbara Bacher von der Klimagerechtigkeitsgruppe „System Change Wien“.
10 Jahre später: Pariser Ziele viel zu früh verfehlt
2025 markiert den zehnten Jahrestag des Pariser Klimaabkommens. Doch die internationale Gemeinschaft hat das 1,5-Grad-Ziel zu keinem Zeitpunkt ernsthaft verfolgt.
Der erste Kipppunkt im globalen Klimasystem, der der Korallenriffe, ist bereits überschritten (Global Tipping Points Report). Der Amazonas-Regenwald steht unmittelbar vor der Kippung. Laut UNHCR sind täglich 70.000 Menschen dazu gezwungen, ihr Zuhause infolge der Klimakrise zu verlassen. Bereits jetzt sterben 546.000 Menschen jährlich an Hitze – eine Zahl, die rasant steigt (WHO–Lancet Countdown Report).
Die gerade abgeschlossenen Verhandlungen der COP in Belém bestätigen diese Bilanz ein weiteres Mal: Statt zusätzlicher Finanzierung für Klimaanpassung und einem konkreten Fahrplan für einen globalen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zeigt sich die Konferenz träge und ambitionslos. „Wir beobachten Jahr für Jahr dieselbe Dynamik: große Versprechen, keine Umsetzung. Zehn Jahre nach Paris sind wir keinen Schritt hin zu solidarischer Klimagerechtigkeit weitergekommen. Dabei geht es um nicht weniger, als eine ganze Welt zu verlieren“, sagt Barbara Bacher, Sprecherin der Klimagerechtigkeits-Gruppe System Change.
Klimagerechtigkeitsbewegung fordert Mitsprache
Die COP war nie der Ort für echte Veränderung. Diejenigen, die am wenigsten Co2 verursacht haben, werden aufgrund von kolonialer Kontinuitäten immer noch einerseits strukturell in der Debatte vernachlässigt und andererseits nicht ausreichend finanziell unterstützt. Indigene Vertreter*innen mussten im Laufe der COP immer wieder ihre ihrer Stimme mit ungehorsamen Mitteln Nachdruck verleihen. Gleichzeitig werden die Interessen der 1.600 anwesenden Lobbyist*innen von fossilen und extraktiven Unternehmen wie Total Energies oder Nestlé in den Abschlusstexten widergespiegelt.
Während die COP also keine Antworten auf die Klimakrise findet, arbeiten Bewegungen wie System Change längst an der Wurzel des Problems. Seit 2015 kämpft die Gruppe nicht für Scheinlösungen, sondern für reale Veränderung: gegen fossile Großprojekte wie die Lobau-Autobahn, die das fossile Zeitalter einzementieren soll; gegen die übermächtige fossile Lobby und ihre Schattengeschäfte; und für eine gerechte Energiewende, solidarisch mit Arbeiter:innen und Geflüchteten.
Zehn Jahre System Change heißt zehn Jahre konsequenter Einsatz für echte Lösungen statt politischer Ausreden.„Zivilgesellschaftliche Gruppen haben jahrelang an die Politik appelliert – und wurden ignoriert. Daher nehmen wir die Veränderung selbst in die Hand. Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit kann nur von unten kommen, in dem wir uns fossiler Infrastruktur in den Weg stellen und Alternativen zum Kapitalismus aufbauen. Es liegt an uns für eine gute Zukunft für Alle zu sorgen.“, betont Barbara Bacher.
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