Am 23. Oktober haben wir mit vielfältigen Aktionen erfolgreich die Autolobby ausgebremst und die Mobilitätswende selbst in die Hand genommen.

Eine angemeldete Fahrraddemo eroberte ab 9 Uhr morgens die Straße von den Autos zurück und besuchte dabei Orte, welche die Verstrickungen der Autolobby mit der Politik symbolisieren: den ÖAMTC, das Verkehrsministerium und die Industriellenvereinigung.

Dort traf die Demo auf eine bunte Aktion Zivilen Ungehorsams: Mehr als 100 weitere Aktivist:innen hatten bereits um 7 Uhr einen Teil des Schwarzenbergplatzes vor der Industriellenvereinigung (IV) besetzt. Mit Tripods, Lock-Ons, Fahrrädern und einer Sitzblockade wurde der Normalbetrieb der Autolobby gestört, die dort ihre klimaschädliche Arbeit verrichtet.

In Bewegtbildern:

Autolobby muss Weg für Mobilitätswende frei machen

Verkehr ist Österreichs Klimakiller Nummer eins, doch die Autolobby, die sich in der IV organisiert, blockiert seit Jahren die dringend notwendige Mobilitätswende. Sie versucht jetzt auch noch die Corona-Krise für ihre Profite auszunutzen und Finanzspritzen für Klimakiller zu kassieren.

Auswahl Blockade Industriellenvereinigung

Rückblick und Berichterstattung

Mehr Fotos findet ihr hier. Unseren Pressespiegel zur Aktion findet ihr hier. Fundierte, inhaltliche Beiträge zur Aktion sind auf dem Mosaik-Blog und im Klimareporter zu lesen.

Erfreulicherweise berichteten fast alle relevanten österreichischen Medien von unseren Aktionen! Die meisten Medienberichte fokussierten sich aber zum Großteil darauf, dass durch die Blockade ein Stau für den Frühverkehr entstanden war. Diese sehr beschränkte und einseitige Berichterstattung zeigt einmal mehr, wie stark der mediale Fokus auf das System Auto gerichtet ist. Wenn große Tageszeitungen zu einer Aktion nur Autolobbyist:innen zu Wort kommen lassen, anstatt mit Aktivist:innen das Gespräch zu suchen, ist das ein Zeichen dafür, wie wenig das nötige systemische Verständnis um die Klimakrise – trotz der Massenbewegung um Fridays for Future – in den Medien angekommen ist. Und wie wenig bereit viele große Medien sind, auch radikale Kritik zu Wort kommen zu lassen.

Unsere Forderungen

Umso wichtiger ist es, dass progressive und visionäre Gruppen wie wir aufstehen und unsere Stimmen erheben. Denn die Forderungen und Positionen hinter der Aktion sind handfest und wichtig.

Nach elf Stunden erfolgreicher Blockade beendeten die Aktivist:innen die Aktion selbständig. Die Polizei hielt sich zurück. Nach Worten des Einsatzleiters sollte ein Debakel wie am letzten Aktionstag im Mai 2019 verhindert werden. Damals kam die Polizei insgesamt wie auch einige Beamte individuell wegen übermäßiger Gewaltanwendung gegen Aktivist:innen in die Kritik.

Obwohl es diesmal keine Ausschreitungen der Polizei gab, ist uns bewusst, dass Polizeigewalt – vor allem gegen nicht-weiße Menschen – jeden Tag ein Thema ist, auch in Österreich. Während die vorwiegend weißen Aktivist:innen in der IV-Blockade in Ruhe gelassen wurden, fand zeitgleich eine Platzeinnahme im Rahmen der Aktionswoche gegen antirasisstische Polizeigewalt der Migrantifa statt.Wir solidarisieren uns mit diesem wichtigen Protest. Eine Mobilitätswende bedeutet auch gleiche Bewegungsfreiheit für alle. #Blacklivesmatter

23.10. Wiener Aktionstag #MobilitätswendeJetzt
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