Wien/Graz, 22. Juni – Die Klima-Aktionsgruppe „System Change, not Climate Change!“ kritisiert mit einer satirischen Aktion den heutigen ersten Flug der nach Corona wieder aufgenommenen Kurzstrecke Wien-Graz.

Zwei als Flugsaurier verkleidete Aktivist:innen flogen mit dem ersten Austrian-Airlines-Flug von Wien nach Graz, um die rückschrittliche Wiederaufnahme des Kurzstreckenflugs und die Millionzahlungen für die AUA zu feiern. Stellvertretend für die klimaschädliche fossile Flugindustrie machten die Dinos mit Sprüchen wie „Flüge statt Züge“ und „Fossils against Future“ auf sich aufmerksam.

Die Klimaaktivist:innen kritisieren mit ihrer satirischen Intervention die kürzlich unter marginalen Umweltauflagen beschlossenen Staatshilfen für die AUA und fordern die Schließung des Flughafens Graz sowie aller anderen österreichischen Regionalflughäfen. „Flottenerneuerung und die Beimischung von ‚alternativen Treibstoffen‘ als Klimaschutzmaßnahmen zu verkaufen ist pures Greenwashing! Jedes neue Flugzeug wird weiter seiner Nutzungsdauer entsprechend Kerosin verbrennen und damit die Klimakrise befeuern. Auch ‚alternative Treibstoffe‘ sind eine gefährliche Scheinlösung. Agrartreibstoffe stehen oftmals im Konflikt mit der Produktion von Nahrungsmitteln. Zudem ist die Herstellung von synthetischem Kerosin noch Zukunftsmusik und würde extrem viel Strom brauchen, der für die Energiewende dringend anderswo benötigt wird“, so Mira Kapfinger von System Change, not Climate Change!.

Die Aufrechterhaltung von AUA-Flügen zu den österreichischen Regionalflughäfen, sofern diese nicht in unter drei Stunden mit der Bahn zu erreichen sind, führt dazu, dass die Flughäfen Graz und Klagenfurt noch bis zur voraussichtlichen Fertigstellung des Koralmtunnels 2027 regen Betrieb haben werden. „Für diese Ultra-Kurzstreckenflüge gibt es bereits sehr gute Alternativen mit Bahn und Bus. Sie müssen daher jetzt endlich der Vergangenheit angehören – nicht erst 2027. Regionalflughäfen sind ein Relikt aus der fossilen Ära vor der Klimawende und genauso wie Flugsaurier sollten auch sie nur noch im Museum zu finden sein! Sie haben nicht nur angesichts der Klimakrise keine Zukunft, sondern sind obendrein ein Verlustgeschäft für den Staat, der sie kräftig subventionieren muss, um sie am Leben zu halten. Dieses Geld wäre beim Ausbau der Bahn oder erneuerbarer Energien heute schon besser investiert!“, so Kapfinger.

Österreich setzt mit der Rettung der AUA weiter auf fossile Mobilität und vergibt dadurch die historische Chance auf eine Trendwende. An Ideen, wie die Verkehrswende für die Luftfahrt aussehen könnte mangelt es nicht. So hat das von System Change unterstützte globale Netzwerk Stay Grounded erst kürzlich zehn Maßnahmen für einen klimagerechten Umbau der Flugindustrie und des Flugverkehrs in Österreich vorgestellt.

Fotos zur redaktionellen Verwendung bei Namensnennung auf Flickr: https://flic.kr/s/aHsmNZMMHK
Video der Aktion  auf Youtube

Kontakt für Rückfragen
Mira Kapfinger
Email: presse[at]systemchange-not-climatechange.at
Telefon: 06801451307

Presseaussendung: Erster AUA-Flug Wien-Graz: Klimaaktivist:innen prangern „Urzeit-Flug“ und AUA-Staatshilfen an
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