Wien, 12. Juni – Während der heutigen Strabag-Hauptversammlung in Wien kritisieren Aktivist*innen und Betroffene die Ursprünge der Rekordgewinne des letzten Jahres: klimaschädlicher und unsozialer Rohstoffabbau, Straßen- und Hochbau, sowie den Einstieg ins Rüstungsgeschäft. Das Bündnis gegen Übergewinne und System Change sowie direkt Betroffene von Projekten beteiligen sich an den Protesten.
„Die Strabag macht Rekordgewinne mit allem, was uns Menschen schadet. Von der Sandgrube bis zum Betonmischer auf der Baustelle und den wertvollen Böden, die für Straßen und Militärflughäfen zubetoniert werden, wird klar, dass die Strabag nicht freiwillig den Kurs wechselt. Deswegen müssen wir diese Konzerne demokratisieren – damit haben wir heute begonnen!“, sagt Lara Gruber vom Bündnis gegen Übergewinne.
Beton statt Klimaschutz und Ernährungssicherheit
Aktuell führt die Strabag die zwei umstrittensten Straßenbauprojekte Österreichs voran: die Stadtautobahn, Zubringer zur Lobau-Autobahn, und die Ost“Umfahrung“ in Wiener Neustadt. Beide Projekte werden durch den rohstoff-intensiven Bau, die Bodenversiegelung, den Biodiversitätsverlust und den dadurch entstehenden Verkehr, die Klimakrise weiter anheizen. Zeitgleich werden besonders in Wiener Neustadt wertvollste Böden zubetoniert, die angesichts der voranschreitenden globalen Krisen, dringend für Lebensmittelversorgung gebraucht werden.
„Die STRABAG sagt selbst auf ihrer Webseite, dass die Baubranche einen erheblichen Einfluss auf die Natur und Gesellschaft hat. Mit dem Bau der Ost“Umfahrung“ zeigt der Konzern, dass sie ihre Verantwortung offensichtlich nicht ernst nimmt!“ kritisiert Irene Nemeth von ‚Vernunft-statt-Beton‘.
Beitrag zur Militarisierung
In ihren Redebeiträgen bei der heutigen Hauptversammlung kritisieren Aktivist*innen auch die Zunahme von nicht-zivilen Bauten. Bereits 400 Millionen Euro Umsatz wurden im Bereich Militär-Flughäfen und anderer Kriegs-Infrastruktur in Deutschland, Polen und Rumänien gemacht. Aktuell machen militärische Bauten ca. 2% der Bauleistung aus, die Geschäftsführung kündigt jedoch an, dass das Rüstungsgeschäft in Zukunft eine größere Rolle spielen wird [1].
„Gerade in Österreich profitieren immer mehr unerwartete Akteure wie die Strabag von der Militarisierung. Wir müssen uns dieser Aufrüstungsspirale in den Weg stellen“, sagt Merle Steiner von System Change.
Fotos zur freien Verwendung: https://flic.kr/s/aHBqjCWp4o
Quellen:
[1] https://www.trend.at/unternehmen/analyse-wo-die-strabag-wirklich-punktet
